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Was sind Peptide eigentlich

Ein Peptid ist eine kurze Kette aus Aminosäuren. Das ist die ganze Definition. Interessant wird es bei der Frage, warum die Reihenfolge dieser Bausteine über alles entscheidet, und wo die Grenze zwischen einem Peptid und einem Protein verläuft.

Dieser Artikel erklärt, was Peptide chemisch sind. Er beschreibt keine Wirkung, gibt keine Empfehlung und ist keine medizinische Beratung.

Kurz gesagt

Drei Sätze, falls du es eilig hast

01

Eine kurze Kette

Aminosäuren sind die Bausteine. Zwei bis etwa fünfzig davon hintereinander ergeben ein Peptid. Mehr davon, und man spricht von einem Protein.

02

Die Reihenfolge ist alles

Dieselben Bausteine in anderer Reihenfolge ergeben ein völlig anderes Molekül. Deshalb steht auf einem COA die Sequenz und nicht nur der Name.

03

Körpereigen und synthetisch

Viele Peptide kommen natürlich vor, zum Beispiel Insulin. Im Labor lassen sich dieselben Sequenzen gezielt nachbauen, und genau das sind Research-Peptide.

Definition

Bausteine, die zu einer Kette werden

Aminosäuren sind kleine Moleküle, von denen zwanzig in lebenden Organismen die Hauptrolle spielen. Jede hat ein Ende, das binden kann, und eines, das gebunden werden kann. Wenn zwei davon miteinander reagieren, entsteht eine Peptidbindung und ein Wassermolekül wird frei.

Wiederholt sich das, entsteht eine Kette. Zwei Aminosäuren ergeben ein Dipeptid, drei ein Tripeptid, und ab etwa zehn spricht man von einem Polypeptid. Die Grenze nach oben ist eine Konvention, keine Naturkonstante.

Weil jede Aminosäure ihre eigene Seitenkette mitbringt, bestimmt die Reihenfolge, wie sich die Kette faltet und an welche Strukturen sie andocken kann. Ein einziger Baustein an anderer Stelle macht daraus ein anderes Molekül.

So sieht eine Kette aus
Gly His Lys

Drei Aminosäuren, zwei Peptidbindungen. Diese Sequenz aus Glycin, Histidin und Lysin ist GHK, ein Tripeptid, das in der Hautforschung untersucht wird.

Andere Reihenfolge, anderes Molekül
His Gly Lys

Dieselben drei Bausteine, andere Reihenfolge. Chemisch ist das etwas anderes, mit anderen Eigenschaften.

Aufbau

Vier Begriffe, die immer wieder auftauchen

Wer diese vier kennt, versteht neunzig Prozent von dem, was auf einem Etikett oder einem COA steht.

01

Aminosäure

Der kleinste Baustein. Zwanzig davon kommen in lebenden Organismen regelmäßig vor. In Sequenzen werden sie mit drei Buchstaben abgekürzt, zum Beispiel Gly für Glycin.

02

Peptidbindung

Die Verbindung zwischen zwei Aminosäuren. Sie ist stabil, aber nicht unzerstörbar. Enzyme im Verdauungstrakt trennen sie, und genau darum funktionieren die meisten Peptide nicht als Kapsel.

03

Sequenz

Die Reihenfolge der Bausteine. Sie ist die eigentliche Identität eines Peptids. Handelsnamen ändern sich, die Sequenz nicht. Auf einem COA steht sie deshalb immer.

04

Molekülmasse

Das Gewicht des Moleküls, angegeben in Dalton. Aus der Sequenz lässt es sich berechnen, im Labor wird es gemessen. Stimmen beide überein, ist es das richtige Peptid.

Peptid oder Protein

Der Unterschied ist die Länge, mehr nicht

Es gibt keine chemische Grenze, an der ein Peptid plötzlich zu einem Protein wird. Die Einteilung ist eine Verabredung, und sie schwankt je nach Lehrbuch zwischen vierzig und fünfzig Bausteinen.

Dipeptid 2 Aminosäuren
Oligopeptid bis etwa 10, zum Beispiel GHK-Cu mit 3
Polypeptid etwa 10 bis 50, hier liegen die meisten Research-Peptide
Protein ab etwa 50, Insulin liegt mit 51 knapp darüber

Insulin ist ein gutes Beispiel für die Willkür dieser Grenze. Mit 51 Aminosäuren gilt es formal als kleines Protein, wird in der Literatur aber regelmäßig als Peptidhormon geführt.

Herstellung

Baustein für Baustein, an einer festen Phase

Die gängige Methode heißt Festphasensynthese. Die erste Aminosäure wird an ein winziges Harzkügelchen gebunden, danach kommt die zweite dazu, dann die dritte, immer in der Reihenfolge der gewünschten Sequenz. Nach jedem Schritt wird gewaschen, damit nichts zurückbleibt, was dort nicht hingehört.

Am Ende wird die fertige Kette vom Harz abgelöst. Was dabei entsteht, ist noch kein sauberes Produkt: es sind immer auch Ketten dabei, bei denen ein Schritt nicht vollständig abgelaufen ist. Genau diese werden anschließend per HPLC abgetrennt.

Danach wird gefriergetrocknet. Als trockenes Pulver ist ein Peptid deutlich stabiler als gelöst, und genau in dieser Form wird es geliefert oder in einen Pen abgefüllt. Wie das bei uns abläuft, steht auf der Seite Qualität.

Forscher wiegt Peptide im Labor ab, Teil der Herstellung von Research-Peptiden
Nach der Synthese folgt die Aufreinigung, erst danach entsteht das COA.
Darreichungsformen

Warum es Pens, Sprays und Fläschchen gibt

Nicht jede Form passt zu jedem Molekül. Die Größe der Kette und ihre Empfindlichkeit gegenüber Enzymen bestimmen, was überhaupt infrage kommt.

Fläschchen mit Lyophilisat

Das Peptid liegt als trockenes Pulver vor und wird vor der Verwendung mit bakteriostatischem Wasser gelöst. Am längsten haltbar, aber mit den meisten Arbeitsschritten.

Peptid-Pen

Vorgefüllt und in fester Konzentration, dosiert per Klick. Kein Abwiegen und kein Auflösen. Wie er funktioniert, steht in der Anleitung. Alle Modelle findest du bei den Pens.

Nasenspray

Arbeitet ohne Nadel über die Schleimhaut. Kommt für kleinere Moleküle infrage, die diesen Weg überstehen. Das Sortiment steht unter Nasensprays.

Kapsel

Nur für die wenigen Compounds sinnvoll, die den Verdauungstrakt überstehen. Für die meisten Peptide ist dieser Weg verschlossen, weil Enzyme die Peptidbindungen trennen. Siehe Kapseln.

Forschungsfelder

Wo Peptide untersucht werden

Peptide sind in der Forschung interessant, weil sie sehr gezielt an bestimmte Strukturen binden. Das macht sie zu einem Werkzeug, um Mechanismen zu untersuchen. Was in einem Feld untersucht wird, ist keine Aussage über eine Wirkung.

Häufige Fragen

Fragen zu Peptiden

Sind Peptide dasselbe wie Proteine?

Chemisch gesehen ist es dasselbe Prinzip, nur unterschiedlich lang. Bis etwa fünfzig Aminosäuren spricht man von einem Peptid, darüber von einem Protein. Diese Grenze ist eine Verabredung und keine harte Regel.

Was bedeutet Research use only?

Dass ein Compound ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke bestimmt ist. Er ist nicht als Arzneimittel zugelassen und nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr gedacht. Mehr dazu unter Research use only.

Warum gibt es die meisten Peptide nicht als Tablette?

Weil Enzyme im Verdauungstrakt genau die Bindungen trennen, aus denen ein Peptid besteht. Für die meisten Ketten bleibt danach nichts Zusammenhängendes übrig. Nur wenige Compounds sind stabil genug für diesen Weg.

Was ist der Unterschied zu Kollagenpeptiden aus dem Supermarkt?

Kollagenpeptide sind ein Gemisch aus vielen verschiedenen Bruchstücken, die beim Zerlegen von Kollagen entstehen. Ein Research-Peptid ist dagegen eine einzelne, genau definierte Sequenz. Das eine ist ein Lebensmittel, das andere ein Laborstoff.

Warum steht auf dem Etikett eine Sequenz und nicht nur ein Name?

Weil Namen variieren und die Sequenz nicht. Derselbe Compound taucht je nach Anbieter unter verschiedenen Bezeichnungen auf. Die Aminosäurefolge ist eindeutig und lässt sich mit der gemessenen Molekülmasse abgleichen.

Kommen Peptide auch natürlich im Körper vor?

Ja, in großer Zahl. Viele Hormone und Botenstoffe sind Peptide, zum Beispiel Insulin, Oxytocin und Glucagon. Der Körper stellt sie selbst her, indem er Aminosäuren nach einem Bauplan aneinanderreiht.

Wie erkenne ich, ob ein Peptid gut ist?

Am Analysebericht der Charge, nicht an der Produktbeschreibung. Ein vollständiges COA nennt Chargennummer, Reinheit per HPLC, gemessene Molekülmasse, Methode und Datum.

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Die Grundlagen sitzen, was jetzt

Der logische nächste Schritt ist das Certificate of Analysis. Damit kannst du selbst beurteilen, was in einem Fläschchen tatsächlich enthalten ist.

Research use only. Ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke, nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr. Verkauf ab 18 Jahren. Dieser Artikel beschreibt die Chemie von Peptiden und ist keine Aussage über Wirkung und keine medizinische Beratung.

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