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Was ist ein COA, und wie liest man es

Ein Certificate of Analysis ist der Analysebericht zu einer einzelnen Charge. Es ist das einzige Dokument, mit dem sich überprüfen lässt, was tatsächlich im Fläschchen ist. Auf dieser Seite gehen wir Feld für Feld durch, was darauf steht und woran du ein wertloses COA erkennst.

Kurz gesagt

Drei Sätze, falls du es eilig hast

01

Es gehört zu einer Charge

Nicht zu einem Produktnamen und nicht zu einem Anbieter. Ohne Chargennummer, die zu deinem Etikett passt, sagt das Dokument nichts über dein Fläschchen aus.

02

Es beantwortet zwei Fragen

Ist es der richtige Stoff, und wie sauber ist er. Das erste beantwortet die Massenspektrometrie, das zweite die HPLC. Beide Werte gehören auf ein vollständiges COA.

03

Es sagt nichts über Wirkung

Ein COA ist ein Analysebericht, keine Empfehlung. Steht darauf etwas über Anwendung, Dosierung oder Nutzen, ist das kein COA mehr, sondern Werbung.

Warum es zählt

Ein Markt ohne Beipackzettel

Research-Peptide sind keine Arzneimittel. Es gibt keine Zulassungsbehörde, die vorab prüft, was in einem Fläschchen landet, und keine Packungsbeilage, die jemand gegenlesen muss. Das Etikett ist eine Behauptung des Verkäufers, mehr nicht.

Genau deshalb ist das COA so wichtig. Es ist der einzige Punkt, an dem eine Behauptung zu einer Messung wird. Ein Labor hat eine Probe aus genau dieser Charge analysiert, mit einer benannten Methode, an einem festgehaltenen Datum.

Ein Anbieter, der auf die Frage nach dem COA ausweicht, sagt damit mehr über seine Ware aus als jede Produktbeschreibung.

Was ohne COA offen bleibt
  • ×Ob überhaupt das Peptid drin ist, das auf dem Etikett steht
  • ×Wie viel Nebenprodukt aus der Synthese übrig geblieben ist
  • ×Ob die angegebene Menge pro Fläschchen stimmt
  • ×Wann und von wem überhaupt gemessen wurde
Certificate of Analysis neben Laborgeräten, mit Chargennummer, Reinheit und Prüfmethode
Ein COA entsteht im Labor, nicht in der Marketingabteilung.
Feld für Feld

Was auf einem vollständigen COA steht

Die Reihenfolge unterscheidet sich je nach Labor, der Inhalt sollte es nicht. Fehlt eines dieser Felder, lohnt sich eine Rückfrage.

01

Produktname und Sequenz

Der Name des Compounds und die Aminosäurefolge. Die Sequenz ist wichtiger als der Name, denn Handelsnamen variieren, die Sequenz nicht.

02

Chargennummer

Der wichtigste Punkt. Diese Nummer muss identisch mit der auf deinem Etikett sein. Stimmt sie nicht überein, gehört das Dokument zu einer anderen Produktion.

03

Reinheit per HPLC

Ein Prozentwert, meist zusammen mit dem Chromatogramm. Bei Research-Peptiden liegt der übliche Bereich bei 98 Prozent und darüber.

04

Molekülmasse

Zwei Zahlen: der theoretische Wert aus der Sequenz und der gemessene Wert aus der Massenspektrometrie. Sie sollten praktisch übereinstimmen.

05

Aussehen

Meist weißes bis cremefarbenes Lyophilisat. Klingt banal, ist aber die einzige Angabe, die du selbst nachprüfen kannst, sobald du das Fläschchen in der Hand hast.

06

Menge pro Einheit

Die Füllmenge in Milligramm. Wichtig, wenn du später mit dem Peptid-Rechner eine Konzentration bestimmen willst.

07

Prüfmethode

Welches Verfahren verwendet wurde, zum Beispiel RP-HPLC und ESI-MS. Ohne benannte Methode ist ein Messwert nicht einzuordnen.

08

Datum, Labor und Unterschrift

Prüfdatum, Name des Labors und eine Freigabe. Ein COA ohne Datum kann Jahre alt sein und zu einer längst verkauften Charge gehören.

Reinheit richtig lesen

Der Prozentwert bedeutet etwas anderes, als die meisten denken

Dies ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen, deshalb hier etwas ausführlicher.

Was 99 Prozent bedeutet

Die HPLC trennt die Probe auf. Jeder Bestandteil erscheint als eigener Peak, und die Fläche unter einem Peak entspricht seinem Anteil. Sind 99 Prozent der gesamten Peakfläche das Zielpeptid, steht 99 Prozent auf dem COA.

Das restliche Prozent sind meist Nebenprodukte aus der Synthese, zum Beispiel Ketten, denen eine Aminosäure fehlt.

Was es nicht bedeutet

Es bedeutet nicht, dass das Fläschchen zu 99 Prozent aus Peptid besteht. Wasser, Salze und Reste des Puffers werden vom Detektor nicht erfasst und tauchen im Chromatogramm gar nicht auf.

Der sogenannte Peptidgehalt ist eine andere Zahl und wird separat bestimmt. Auf den meisten COAs für Research-Peptide steht sie nicht.

99,9 Prozent ist ein Warnsignal

Bei Peptidsynthese ist ein Rest an Nebenprodukten normal. Werte, die auffällig nah an hundert liegen, sind entweder gerundet oder stammen nicht aus einer echten Messung.

Ohne Chromatogramm nur halb so viel wert

Die Kurve zeigt, ob wirklich ein einzelner scharfer Peak vorliegt. Eine nackte Zahl ohne Grafik lässt sich nicht nachvollziehen.

Reinheit ersetzt die Identität nicht

Ein sauber synthetisiertes falsches Peptid liefert ebenfalls einen schönen Peak. Erst die gemessene Masse zeigt, ob es der richtige Stoff ist.

Warnsignale

Woran du ein wertloses COA erkennst

Ein PDF mit einem Labor-Logo ist schnell gemacht. Diese sechs Punkte fallen bei genauem Hinsehen auf.

Keine ChargennummerOder eine, die nicht auf deinem Etikett steht. Damit ist das Dokument nicht deinem Fläschchen zuzuordnen.
Kein DatumEin undatiertes COA lässt sich beliebig lange weiterverwenden, auch für Chargen, die längst andere sind.
Nur eine Zahl, keine KurveOhne Chromatogramm und ohne Massenspektrum ist nicht nachvollziehbar, wie der Wert zustande kam.
Dasselbe COA für allesBekommst du für jede Bestellung dasselbe Dokument, wird pro Charge offensichtlich nicht gemessen.
Aussagen über WirkungSteht auf dem Dokument etwas über Nutzen, Anwendung oder Dosierung, ist es kein Analysebericht mehr.
Kein Labor genanntOhne Namen und Freigabe steht niemand für die Messung ein. Ein Logo allein reicht dafür nicht.
So sieht es aus, wenn es stimmtChargennummer identisch mit dem Etikett, Prüfdatum vorhanden, HPLC-Wert mit Chromatogramm, gemessene Masse neben dem theoretischen Wert, benannte Methode und ein Labor, das unterschreibt. Mehr braucht es nicht, weniger sollte es nicht sein.
In drei Schritten

So bekommst du das COA zu deiner Charge

01

Chargennummer ablesen

Sie steht auf dem Etikett des Fläschchens oder des Pens, meist unter der Mengenangabe.

02

Nummer an uns schicken

Über das Kontaktformular oder per E-Mail. Das Feld für die Chargennummer steht dort schon bereit.

03

PDF prüfen

Vergleiche zuerst die Nummer auf dem Dokument mit der auf dem Etikett. Danach die Masse und den HPLC-Wert.

Häufige Fragen

Fragen zum COA

Wofür steht COA eigentlich?

Für Certificate of Analysis, auf Deutsch Analysenzertifikat oder Prüfbericht. Der englische Begriff hat sich auch im deutschsprachigen Raum durchgesetzt, weil die Dokumente selbst meist auf Englisch ausgestellt sind.

Warum steht das COA nicht einfach auf der Produktseite?

Weil eine Produktseite viele Chargen überdauert. Ein dort hinterlegtes PDF wäre für die meisten Bestellungen schlicht das falsche Dokument. Deshalb arbeiten wir mit der Chargennummer und schicken dir gezielt das passende.

Kann ich ein COA selbst nachprüfen lassen?

Ja. Unabhängige Analyselabore bieten Prüfungen für Dritte an. Das kostet Geld und dauert, ist aber der einzige Weg zu einer wirklich unabhängigen Bestätigung. Wer viel Wert darauf legt, sollte diesen Weg mindestens einmal gehen.

Was ist der Unterschied zwischen COA und Analysenzertifikat?

Es ist dasselbe Dokument, nur in einer anderen Sprache benannt. Wichtiger als der Titel ist der Inhalt: Chargennummer, Methode, Messwerte, Datum und eine Freigabe.

Bedeutet ein COA, dass etwas sicher ist?

Nein. Ein COA beschreibt Identität und Reinheit einer Charge, mehr nicht. Es sagt nichts über Sicherheit, Eignung oder Wirkung aus. Alle Compounds hier sind ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke bestimmt.

Wie lange gilt ein COA?

Es beschreibt den Zustand der Charge zum Prüfdatum. Wie lange dieser Zustand hält, hängt von der Lagerung ab. Als trockenes Lyophilisat kühl und dunkel gelagert bleibt ein Peptid lange stabil, gelöst deutlich kürzer.

Gibt es auch für Nasensprays und Pens ein COA?

Ja, für jede Darreichungsform. Das COA gehört zur Charge des Compounds, unabhängig davon, ob dieser später in einem Pen, einem Nasenspray oder einem Fläschchen landet.

Selbst nachlesen

Nenn uns die Chargennummer, wir schicken das COA

An Werktagen antworten wir in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Du bekommst das Dokument, das zu deiner Charge gehört, kein Sammel-PDF.

Research use only. Ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke, nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr. Verkauf ab 18 Jahren. Dieser Artikel erklärt ein Analysedokument und ist keine medizinische Beratung.

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